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Das Schulprojekt „Verrückt? Na und!“

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Psychische Erkrankungen beginnen oft im Jugendalter. Umso wichtiger sind deshalb wirkungsvolle Prävention und Gesundheitsförderung. Die Schule ist dafür ein idealer Ort. Der „Verrückt? Na und!“-Schultag bringt das Thema psychische Gesundheit in die Schule. Er zeigt einfache und wirksame Wege, wie Schüler und Schülerinnen und Lehrkräfte gemeinsam Krisen meistern und seelische Gesundheit stärken können, damit alle gut die Schule schaffen.

Seit 2014 führt der Caritas Sozialdienste Mülheim e.V. als Kooperationspartner überwiegend für die 8. Klassen der Mülheimer Realschulen das Schulprojekt durch.
Ziele
„Verrückt? Na und!“ stärkt die psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern. Das ist wichtig, weil …
  • ca. 20% der 13- bis 18-Jährigen psychische Gesundheitsprobleme haben.
  • oft mehrere Jahre vergehen, bis sie Hilfe suchen und bekommen.
  • ca. 2 bis 3 Millionen Heranwachsende mindestens ein Elternteil haben, das psychisch erkrankt ist.
  • 90% der jungen Menschen, die durch Suizid sterben, zuvor eine psychische Erkrankung hatten.

Psychische Krisen in der Jugend haben „gute“ Gründe und gehören meistens zum Aufwachsen.
Psychische Krisen verbergen sich jedoch häufig hinter Problemen wie Drogen, Alkohol, Mobbing, Gewalt, Schulabstinenz, Schulabbruch und suizidalem Verhalten. Sie…
  • beeinträchtigen Klassenklima und Schulerfolg.
  • werden meist zuerst von Lehrkräften erkannt.
  • sind mit Ängsten, Vorurteilen und Stigmata behaftet.
  • kann man überstehen und daran wachsen.
Ziele des Schultags sind, dass Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte klassenweise
  • Warnsignale seelischer Krisen kennen lernen.
  • über verschiedene jugendtypische Bewältigungsstrategien sprechen.
  • bestehende Ängste und Vorurteile gegenüber psychischen Krisen hinterfragen und abbauen.
  • erfahren, wer und was helfen kann.
Inhalte
"Verrückt? Na und!" verfolgt einen universellen Ansatz der Prävention und Gesundheitsförderung und geht auf die Bedürfnisse der Jugendlichen ein. Im Sinne des sogenannten Setting-Ansatz der Verhältnisprävention werden unter direkter Beteiligung der Betroffenen die jeweiligen Gesundheitspotenziale und -risiken ermittelt und ein Prozess geplanter organisatorischer Veränderungen angestoßen. „Verrückt? Na und!“ ist als niedrigschwellige Einstiegsintervention konzipiert und kann institutionsübergreifende „Präventionsketten“ integriert werden.
Ein Team aus fachlichen (Psychologe, Sozialpädagoge) und persönlichen Experten (Menschen, die psychische Krisen gemeistert haben) lädt gemeinsam mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer zu einem offenen Austausch über die großen und kleinen Fragen zur seelischen Gesundheit ein.
Ausgangspunkt sind die Lebenserfahrungen der Schülerinnen und Schüler. Häufige Themen: Prüfungsstress, Mobbing, Schulleistungen, Belastung durch Krankheit, Suizid, psychisch und suchtkranke Eltern, Drogen, Alkohol, Zukunftssorgen.
Durch das Gespräch mit den persönlichen Experten bekommt das Thema seelische Gesundheit ein Gesicht, zum Greifen nah – und dabei ganz normal. Diese unerwartete Begegnung  ist der Schlüssel zur Veränderung von Einstellungen und bestenfalls Verhalten bei Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften. Umfangreiches Material ermöglicht eine nachhaltige Begleitung in der Schule (www.irrsinnig-menschlich.de/material). Am wirksamsten und nachhaltigsten ist es, wenn der Schultag in gesundheitsförderliche Schulentwicklung integriert wird.

Der Schultag besteht aus drei Teilen
  1. Ansprechen statt Ignorieren: Wachmachen für seelisches Wohlbefinden in Schule und Ausbildung. Ausgangspunkt sind die Lebenserfahrungen der Teilnehmer. Häufige Themen:  Schulleistungen, Prüfungsstress, Mobbing, Süchte, Belastungen in der Familie, Krankheit, Suizid.
  2. Glück und Krisen: Von Lebensschicksalen und eigener Verantwortung – Gruppenarbeit.
  3. Mut machen, Durchhalten, Wellen schlagen: Austausch mit jungen und jung gebliebenen Erwachsenen, die psychische Krisen gemeistert haben.
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Kooperationspartner
„Verrückt? Na und!“ ist ein Programm von Irrsinnig Menschlich e. V. in Zusammenarbeit mit der BARMER und der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung e.V. (GVG) des nationalen Kooperationsverbundes "gesundheitsziele.de".
Die BARMER ist bundesweiter Präventionspartner für „Verrückt? Na und!“.  
Das Programm ist ein Modellprojekt für die vorbildliche Umsetzung der Gesundheitsziele „Gesund aufwachsen“ und „Depressionen verhindern“.
Die konkrete Umsetzung erfolgt durch regionale Kooperationspartner (Träger der psychosozialen Versorgung, die eng mit kommunalen Hilfsangeboten vernetzt sind).
Neben der bundesweiten finanziellen Förderung durch die BARMER  wird das Programm auch  auf regionaler Ebene von den Deutschen Rentenversicherungen Baden-Württemberg, Mitteldeutschland, Rheinland, Rheinland-Pfalz, Nord, Bayern Süd sowie den Unfallkassen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen mit unterstützt.
Schirmherrschaften
Hermann Gröhe – Bundesgesundheitsminister
Bayern: Dr. Ludwig Spaenle, Minister für Bildung, Kultus und Wissenschaft
Baden-Württemberg: Manne Lucha, Minister für Soziales und Integration
Hessen: Stefan Grüttner, Sozialminister
Nordrhein-Westfalen: Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales
Rheinland-Pfalz: Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie
Sachsen : Barbara Klepsch, Ministerin für Soziales und Verbraucherschutz; Brunhild Kurth, Ministerin für Kultus
Sachsen-Anhalt: Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration
Thüringen: Heike Werner, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie; Helmut Holter, Minister für Bildung, Jugend und Sport (Übernahme von Frau Dr. Klaubert angefragt)